Panchakarma: Reinigung von Rückständen und Umweltgiften

Vor einigen Jahren habe ich mit Bewunderung festgestellt wie sehr eine Freundin von einer Panchakarma-Kur profitiert hat. Sie war nicht nur schöner, heller, leuchtender, sondern wirkte auch kraftvoller und gefestigter in Ihrer Meinung. Als Nebeneffekt hatte sie sogar einige Kilos verloren.

Als mich Johanna Schröder bat, folgenden Beitrag zur veröffentlichen, habe ich nicht gezögert zuzusagen. Aber lesen Sie selbst.

Panchakarma: Reinigung von Rückständen und Umweltgiften

Ernährungslehre, Heilkunde und Yoga sind die zentralen Säulen des Ayurveda. Neben diversen vorbeugenden Maßnahmen, die einem möglichen Krankheitsausbruch durch Aufgabe ungesunder Gewohnheiten den Boden entziehen, ist das Reinigungsprogramm Panchakarma die wohl tiefgreifendste Ayurveda-Behandlung. Wer diese Kur in den Bereich der Wellness-Anwendungen einordnet, hat sich wohl noch nie selbst einem Panchakarma unterzogen. Panchakarma ist anstrengend. Und Erbrechen, Einläufe oder Abführen klingen nicht gerade nach Wohlfühlprogramm. Zwar gibt es für westlich orientierte Ayurveda-Anhänger auch abgemilderte Formen ohne Erbrechen, aber zum reinen Vergnügen wird das Panchakarma darum trotzdem nicht. Das Ergebnis mag den Aufwand aber durchaus rechtfertigen, wenn es gelingt, möglichst viele Verhaltensänderungen in den Alltag zu retten.

Drei Wochen Urlaub sind erforderlich

Panch steht in der Sprache Hindi für die Zahl fünf. Wörtlich übersetzt bedeutet Panchakarma also fünf Behandlungen. Gemeint sind die fünf Möglichkeiten der Hauptbehandlung, deren Einsatz vom jeweils zu stark vorherrschenden Dosha abhängt. Unter drei Wochen ist die Panchakarma-Kur in ihrer traditionellen Form nicht zu absolvieren. Nach der Untersuchung starten die vorbereitenden Maßnahmen und die Vorbehandlungen (Purvakarma). Sie nehmen die meiste Zeit in Anspruch. Rund zwei Wochen sollte das innere Feuer, das Agni, gestärkt werden. Der Ayurveda-Ratgeber Ayurvedatrends.com empfiehlt dies besonders für Menschen, die wenig lebenslustig sind und zur Melancholie neigen. Bei ihnen brennt das Agni nämlich ohnehin schon nicht besonders stark. In der Vorbereitungsphase werden außerdem gelöste unverdaute Substanzen auf natürlichem Weg ausgeschieden. Vor allem in Nordindien ist die Einnahme von Ghee verbreitet. Das ist geklärte Butter, die erwärmt und morgens auf nüchternen Magen getrunken wird. Sie soll helfen, fettlösliche Schlacke aus dem Körper zu transportieren. Weitere Behandlungen wie die Ölmassage (Abhyanga) und der Stirnölguss (Shirodhara) sowie Zwischenuntersuchungen komplettieren die Phase des Purvakarma.

Fünf Behandlungsoptionen

Nach einem Ruhetag folgt das Pradhanakarma. die Hauptbehandlung. Die Ausleitung der Schlacken und Gifte findet über Darm, Mund, Nase oder auch über die Haut statt. Welche Option die beste ist, entscheidet der Ayurveda-Arzt nach einer Dosha-Bestimmung. Zur Wahl stehen Vamana, also Verabreichung von Brechmitteln, Nasya, das sind Nasenspülungen, Virechana (Abführmittel in individueller Zusammensetzung), Rakta Moksha, ein therapeutischer Aderlass, und der Basti-Einlauf auf pflanzlicher Basis. Wichtig für den Erfolg ist die anschließende Phase des Wiederaufbaus (Paschatkarma) und die Übertragung einer gesunden Lebensweise in die Zeit nach der Kur.

 

Autorin: Johanna Schröder